Danja Kulterer – LebensArt und LebensKunst
Brücke zwischen Mensch und Raum
Kunst und Kultur
In ihrer aktuellen Serie FRAUENvielFALT(en) zeigt Danja Kulterer die verschiedenen Facetten der Weiblichkeit und stellte diese zum Internationalen Frauentag in Wien aus. Von Armin Steibli

(c) by Peter Cech
Kunst ist frei für Danja Kulterer. Kunst muss man spüren, malen und dann erleben. Als Autodidaktin, wie sie sich selbst beschreibt, erlernte und erarbeitete sie Techniken und verschiedene Stile, mit denen sie das, was sie fühlt und was sie inspiriert, zum Ausdruck bringen kann. Schwerpunkte ihres Studiums sind unter anderem abstrakte, informelle Malerei in Acryl, Mischtechniken, Farbfeldmalerei und chinesische Kalligraphie kombiniert mit fernöstlicher Elementelehre. Weil es gerade die Natur und ihre Element sind, von den sich die Kärntner Künstlerin inspirieren lässt, dürfen und sollen diese letztendlich auch ihren Platz in den Bildern von Danja Kulterer finden.

Über ihr autodidaktisches Studium gelangte sie schließlich zu Christian Itten, Enkel des Begründers der Farbenlehre Johannes Itten und selbst Künstler und Autor des Buches „Farbe und Kommunikation“. Ein erstes interessantes Gemeinschaftsprojekt mit dem Titel „Licht als Ursprung des Lebens“ und eine Ausstellung in Stuttgart ließen nicht lange auf sich warten. Weitere Projekte sollen folgen.

Wortmalerei

Immer wieder geht sie noch einen Schritt weiter in dem, was auf einer Leinwand möglich ist. Texte werden zu Bildern, das Wort schleicht sich ins Bild, das Bild beschreibt das Wort und beide harmonieren im Miteinander.

Auftakt dieser neuen Richtung war die künstlerische Umsetzung eines Liedtextes. Der deutsche Komponist und Texter Mark Bender beauftragte aus ganz persönlichen Gründen die Kärntner Künstlerin. Sein Feedback veranlasste Danja Kulterer dazu, ihren Fokus auch auf diese Arbeit zu lenken. Dabei entstand wiederum, zusammen mit ihrer Künstlergruppe Art13, ein Gemeinschaftsprojekt zur Europaausstellung 2009 im kärntnerischen St. Paul mit dem Titel „Macht des Wortes“, der sich die Kunsthochburg Bleiburg mit dem Thema „Macht des Bildes“ angeschlossen hat und somit prädestiniert erscheint für Kunst in Sachen Wortmalerei. Zu sehen sind die Bilder dieser gemeinschaftlichen Projektarbeit vom 26. April bis 8. November 2009 in Bleiburg. Wir sind gespannt.

Thema Frauen

FRAUENvielFALT(en) ist ihre neueste Serie und wurde in Wien zum Internationalen Frauentag ausgestellt. Danja Kulterer ist es mit FRAUENvielFALT(en) gelungen, verschiedene Facetten der Weiblichkeit aufzuzeigen. Dazu benutzt sie ganz unterschiedliche Stile und Materialien, um jedem weiblichen Charakter gerecht zu werden.

Raum und Mensch

Als Künstlerin geht es Danja Kulterer vor allem darum, Raum und Mensch so zu erfühlen, dass sich später eine Brücke zwischen beiden schlagen lässt. Das Bild als Brücke zwischen Mensch und Raum ist die Herausforderung, die die Kärntner Künstlerin erfahren will. Sie möchte Mensch und Materie verbinden, ist ständig auf der Suche nach einer Sprache, die beide verstehen.

Gerade bei Auftragsarbeiten ist das eine große Herausforderung, die Danja Kulterer gerne annimmt, weil sie daran wiederum lernen und wachsen kann.

Eine weitere, interessante Art ihres Werkens ist die gelungene Kooperation mit ihrem Bruder Uwe Altenried, Musiker und Komponist. Seine Musik fasst sie in Bilder und gibt ihnen Farbe. So vereinen sich Klang und Farbe zu einem beeindruckenden und sinnesübergreifenden Kunstwerk mit dem Namen Akasha-voices und dem Album „5 Elements in Synphonie“. Das war das erste musikalisch-malerische Experiment beider und es war nicht das letzte, versichert uns die Künstlerin.

Mutig in die Zukunft

Leben heißt Lernen für die Künstlerin. Dazulernen, ausprobieren, neues entdecken und immer auf der Suche nach Themen und Materialien, die ihr bis jetzt noch nicht über die Leinwand gewandert sind. Dabei scheut die Wahlkärntnerin es nicht, auch einmal provokativ oder mit unorthodoxen Techniken aufzutreten. Sie begrenzt sich nicht auf das Format und geht oft über den Rahmen hinaus. Sie ist Autodidaktin und steht dazu, nimmt sich Freiräume um zu experimentieren und ihre Themen zu realisieren. Nur so kann sie dem Trend einen kleinen Schritt voraus sein, verrät uns die Künstlerin.

Interview mit Danja Kulterer

„Ein tiefes Erfolgsgefühl“

Was fasziniert Sie an Ihrer Arbeit?

Alles... Malen, Kreieren, Organisieren, Kontakte pflegen. Zugegeben: Pinsel waschen ist manchmal etwas lästig. Aber im Ernst: Mich fasziniert, dass ich das machen kann, was mir am meisten Spaß macht und dass meine Arbeit keine Arbeit für mich ist, sondern meine Lebensaufgabe. Sie ist vielfältig und abwechslungsreich.

Woher bekommen Sie Ihre Inspirationen?

Aus der Imagination, aus der Musik: Töne – Klänge – Rhythmen, aus der Natur mit all ihren Farben, abstrakten Linien und Formen, Materialien der Mutter Erde, aus meinem Dasein, aus meinem tiefsten Inneren oder meinem höheren Selbst, aus meinem Leben, von meinen Kindern, meinem Mann. Von positiven Botschaften, die ich mit meiner Malerei unterstreiche, und von negativen Botschaften, die ich provokativ malerisch zum Ausdruck bringe.

Womit motivieren Sie sich selbst?

Durch meine Gedanken. Die Gedanken von heute sind die Taten von morgen!

Haben Sie immer schon an Ihren Erfolg geglaubt, oder hat sich dieser langsam oder sogar zufällig entwickelt?

Intuitiv spürte ich schon seit meiner Kindheit ein tiefes Erfolgsgefühl, welches sich langsam in den Jahren verbunden mit Talenten, Fleiß und Weiterbildung, von so manchem Zufall getragen, zu meinem heutigen Dasein entwickelt hat.

Welche Rolle spielt für Sie Ihre Familie und Ihr Privatleben?

Meine Familie ist auf der einen Seite ein Anker und ein Rettungsboot und auf der anderen Seite die Beflügelung meiner Kreativität. Mein Privatleben ist der Ausgleich zu meiner Arbeit und am Partner und den Kindern kann ich wundervoll lernen: Am Du wird der Mensch zum Ich.

Wie halten Sie sich im Alltag fit, um Ihren beruflichen Stress zu verkraften?

Acht bis zehn Stunden schlafen, gemütlich aufstehen, eine Stunde Zeitung lesen bei zwei Tassen Kaffee und den Tag langsam anrollen lassen. Gesunde „Lebens“-Mittel und viel Sauerstoff aus dem Wald sind für mich guter Ausgleich zu Stress.

Was sind Ihre Träume, Ihre Visionen?

Im Fluss bleiben und Großes bewegen.

Wo sehen Sie Ihre persönlichen Stärken?

Mein Wille, Stärke, Durchsetzung, Können, Intuition, Talent, Auftreten, mit Herz bei der Sache sein.

Haben Sie Ihre berufliche Karriere bewusst geplant oder waren auch Zufälle dabei im Spiel? Vielleicht war es der Zufall, der mich heute meine Talente leben lässt. Wenn er es war, dann danke ich dem Zufall sehr dafür.

Wer zählt zu ihren künstlerischen Vorbildern?

Das sind für mich Maler wie Johannes Itten, Hans Staudacher, Kiki Kogelnik, Wassily Kandinsky und vor allem Maria Lassnig, mit der ich gerne mal einen Kaffee trinken würde.

Interview: Armin Steibli und Melitta Kopp